#Praxistest: Wie lange hält eine Gaskartusche für den Campingkocher?

Gas Campingkocher mit Gaskartusche

Ich hatte mich vor geraumer Zeit ja schon einmal mit den verschiedenen Campingkocher-Typen auseinandergesetzt - und die Vor- und Nachteile des jeweiligen Kocher in diesem Artikel dargelegt. Letzten Endes habe ich mich als Ergänzung zur Induktionskochplatte im Wohnwagen sowie zum Gasgrill für einen Gaskocher entschieden, der mit Gaskartuschen betrieben wird.

Vor allem, um Gerichte mit dem Omia-Campingofen zubereiten zu können, war diese Anschaffung nötig, da dieser auf der Induktionsplatte nicht funktioniert und unser Gasgrill immer gleichzeitig 3 Flammen betreibt und damit unwirtschaftlich ist, will man tatsächlich nur eine davon nutzen.


So funktioniert der Gas-Campingkocher


Bedienknöpfe des Campingkochers
Der gasbetriebene Campingkocher funktioniert nach einem einfachen Prinzip: rechts wird in ein Fach eine Butan-Gaskartusche eingelegt und mit Druck auf den Hebel vorne am Kocher fixiert. Dies ist auch gleichzeitig die Sicherung, denn ist der Hebel nicht runtergedrückt, kann man den Kocher gar nicht erst zünden.

Mit dem Knopf zur Regulierung der Gaszufuhr wiederum zündet man den Gaskocher dank einer Piezo-Zündung (ähnlich wie bei einem Feuerzeug) an und schaltet dann auch die gewünschte Flammenstärke stufenlos runter.

Vorteil des Campingkochers ist, dass er erstens stromlos funktioniert und damit fast überall einsetzbar ist, und zweitens die Flamme und damit die Wärmequelle direkt und ohne Vorheizen verfügbar ist.


Verbrauch der Gaskartuschen


Wichtig zu wissen ist natürlich auch, wieviele Gaskartuschen man ins Gepäck packen muss, um einen Urlaub lang damit kochen zu können.

Zwar sind diese Kartuschen in den meisten Ländern gut erhältlich und ein Nachkauf damit relativ problemlos - wer jedoch etwas weiter von der Zivilisation unterwegs oder nicht Willens ist, direkt am Urlaubsort auf die Suche nach dem nächsten Campingzubehör-Shop zu gehen, sollte die Frage nach der Anzahl der mitzuführenden Kartuschen vorher für sich klären.

Das ist allerdings gar nicht so einfach und pauschal zu sagen, denn der Gasverbrauch des Campingkochers hängt sehr stark von verschiedenen Faktoren ab:


    Campingkocher mit eingelegter Gaskartusche
  1. Ein Faktor stellt dabei die Außentemperatur dar. Logisch, dass bei 10 °C mehr Gas verbraucht wird, um ein Liter Nudelwasser zu erwärmen als bei 40 °C. Die Außentemperatur kann man nun nicht beeinflussen, so dass wir diesen Faktor einfach als Unbekannte in Kauf nehmen müssen.
  2. Außerdem ist bei Wind der Verbrauch ebenfalls höher. Daher sollte man möglichst einen windgeschützten Ort für das Aufstellen des Kochers aussuchen oder einen Windschutz nutzen.
  3. Es macht auch einen Unterschied, ob ich den Regler voll aufdrehe oder nur auf kleinster Flamme brennen lasse. Das ist natürlich davon abhängig, was genau ich erhitzen will. Bei einem Liter Wasser macht Vollgas sicherlich Sinn, backe ich einen Kuchen, muss ich eher die kleine Flamme wählen - sonst kokelt es in meiner Backform.
Generell sind in den von mir genutzten Butan-Gaskartuschen 227 g Butan enthalten. In der Beschreibung meines Campingkochers finde ich sogar einen Hinweis auf den Verbrauch. Dieser ist dort mit 160 g pro Stunde angegeben. Heißt also rein rechnerisch, dass eine Kartusche für 85 Minuten Brenndauer reichen müsste - unter optimalsten Bedingungen (siehe Punkt 1 bis 2).

In der Praxis habe ich jetzt bei mehreren Kartuschen die Zeit gemessen und habe es nie bis zu den 85 Minuten geschafft. Vielmehr habe ich verschiedene Ergebnisse notiert, die alle zwischen 64 und 76 Minuten lagen, bis die Kartusche ausging.

Ich rechne also grob pro Kartusche 1 Stunde Brenndauer.


Mahlzeiten pro Kartusche


Und damit pro Kuchen, den ich im Omnia-Ofen backen will, gut eine Kartusche.

Eine Dose Ravioli zu erwärmen geht natürlich deutlich schneller und somit kann eine Kartusche also auch für mehrere Mahlzeiten genutzt werden. Als Anhaltspunkt kann man einen Wert von etwa 4 bis 5 Minuten annehmen, die 1 Liter Wasser (oder auch unsere eben erwähnte Dose Fertignahrung) braucht, um auf den Siedepunkt erhitzt zu werden - was wiederum auch abhängig ist von der Ausgangstemperatur des Kochgutes. Denn es macht einen Unterschied, ob Wasser erhitzt wird, das Zimmertemperatur hat oder gerade frisch aus einem Gebirgsbach geschöpft wurde.

Etwa 12 Mahlzeiten lassen sich demnach pro Kartusche erwärmen. Wer auf dem Campingkocher richtig garen möchte, muss die entsprechenden Kochzeiten selbstverständlich einkalkulieren.




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