Land NRW macht mobil gegen Dauercamping

Dauercamping
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Sind im Sommer die Campingplätze oft rappelvoll, wird es gen Herbst schon wieder leerer in den Parzellen. Für viele Camper gehören sommerliche Temperaturen einfach zum Campingvergnügen dazu.


Aber es gibt auch Menschen, die über einen längeren Zeitraum das freie Lebensgefühl des Campings geniessen möchten. Viele entscheiden sich in diesem Falle für einen Dauercampingplatz.

Und gegen ein Teil dieser Dauercamper hat das Land NRW nun ein Ermittlungsverfahren eingeleitet...



Dauererholung auf dem Campingplatz


Dauercamping heisst dabei eigentlich nichts anderes, als dass eine Parzelle auf einem Campingplatz über einen langfristigen Zeitraum hin angemietet wird.

Viele Dauercamper nutzen dabei die Dauercamping-Parzelle wie ein Ferienhaus. Und in der Tat kann eine solche Dauerparzelle eine günstige Alternative zu einem teuren Ferienhaus sein. Je nach Lage und Ausstattung eines Platzes bekommt man einen Dauercamping-Platz schon für unter 1000 € Pachtgebühr im Jahr - und die Anschaffungskosten für ein voll ausgebautes, mobiles Heim sind mit 20 - 30.000 Euro überschaubar.




Kein Wunder also, dass es auch einen Teil der Bevölkerung gibt, die Dauercamping nicht nur als günstige Freizeitgestaltung ansehen, sondern auch als alternative Wohnmöglichkeit.

Zahlreiche Menschen - der Fachverband der Freizeit- und Campingunternehmer in NRW e. V. gibt hier eine Zahl von etwa 20.000 bis 25.000 Menschen an - haben inzwischen ihren ersten Wohnsitz auf Dauercampingplätze verlegt, weil sie einfach das Lebensgefühl mögen oder weil es sich mit kleinem Einkommen oder Rente hier trotzdem gut lebt  - obwohl das dauerhafte Wohnen auf Campingplätzen eigentlich, zumindest in NRW, gegen § 10 der Baunutzungsordnung verstößt.


Illegales Dauerwohnen?


Gesetz
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Dieser Paragraph besagt nämlich, dass Campingplätze unter die "Sondergebiete, die der Erholung dienen" fallen, die nicht dem dauerhaften Wohnen dienen. Anders ausgedrückt: Wer auf einem Campingplatz seinen Lebensmittelpunkt hat, verstößt gegen § 10 der BauNVO und kann sogar rechtlich belangt werden!

Haarestreubend, wenn ihr mich fragt.

Was jahrzehntelang geduldet wurde, ist nun der Landesregierung plötzlich ein Dorn im Auge! Tatsächlich wurden landesweit (d. h. in Nordrheinwestfalen) schon etwa 50 "Ermittlungen zum illegalen Dauerwohnen in Sondergebieten" eingeleitet.

Dabei wird mit einem festgestellten Verstoß in den Kommunen ganz unterschiedlich umgegangen.

Bei der Stichtagsregelung, der sich die bisher die meisten Kommunen angeschlossen haben, darf, wer vor einem bestimmten, festgesetzten Datum bereits seinen Erstwohnsitz auf dem Campingplatz hatte, auch weiterhin dort wohnen. Aber: es darf weder verkauft noch vererbt werden.

Einige Kommunen haben sich aber noch nicht entschieden, wie sie mit der Situation verfahren.

Die Stichtagsregelung ist für die betroffenen Bewohner indes nur ein schwacher Trost. Denn dass das Eigentum, also das mobile Heim, nun durch das Verbot der Wiederveräußerung faktisch wertlos geworden ist, hinterlässt bei vielen ein Gefühl der Entmündigung bzw. Enteignung.

Wer allerdings auf härtere Vorgehensweisen stösst, und von heute auf morgen seinen Wohnsitz wieder in ein der Bauordnung entsprechendes Wohngebiet verlegen muss, steht nicht nur vor einem großen finanziellen Problem. Auch das gewohnte Umfeld, die über Jahre aufgebaute Gemeinschaft im sozialen Umfeld des Platzes sind mit einem Male passé.

Und weitere Probleme tun sich auf:
  • Preisverfall
    Wer für sein ausgebautes Mobilheim vor Jahren mehrere zehntausend Euro auf den Tisch gelegt hat, ärgert sich sicher über die geraubte Möglichkeit, dieses irgendwann auch wieder verkaufen zu können.
  • Abbau des Wohnwagens
    Wer sich entschließt, die Dauerparzelle aufzugeben (oder dazu gezwungen wird), muss diese nun geräumt hinterlassen. Sprich: sämtliche Aufbauten und auch das Inventar muss entfernt oder entsorgt werden. Wer diese mühselige Arbeit scheut, kann zwar beispielsweise einen Abbauservice, wie er auf wm-aw.de angeboten wird, in Anspruch nehmen, aber das ist natürlich auch wieder mit Kosten verbunden.
  • Leerstände
    Campingplatzbetreiber gehen schweren Zeiten entgegen, denn mit jedem wegfallenden Dauercamper bricht auch ein Teil der fest kalkulierbaren Einnahmen weg. So mancher Betreiber sieht sich schon auf direktem Wege in die Insolvenz - und damit fallen dann wieder Campingplätze für die Naherholung ganz weg.
  • Weniger Einnahmen für die Kommunen
    Hier beisst sich der Hund in den Schwanz. Denn pro Einwohner mit Erstwohnsitz erhalten die Kommunen etwa 1000 € Schlüsselzuweisungen. Ziehen die Camper also weg, gibt's weniger Kohle von oberster Stelle.
  • Mehrausgaben für Land & Kommunen
    Wer mit kleiner Rente / Einkommen ein sorgenfreies Auskommen auf einem günstigen Dauercampingplatz hat, kann bei normalen Mietpreisen schnell zum Aufstocker oder Empfänger sozialer Zusatzleistungen werden.

Wohnen auf dem Campingplatz - wirklich ein Problem?


Ob sich das Land also einen Gefallen damit tut, friedlich auf einem Campingplatz wohnende Menschen zu kriminalisieren, indem Ermittlungsverfahren eingeleitet werden, sei mal dahingestellt.

Ich finde, wir haben in Deutschland größere Probleme, die gelöst werden wollen.

Ich empfinde Dauercamper weder als störend noch habe ich bisher festgestellt, dass anderen Freizeitsuchenden damit der Platz weggenommen wird. Meist freue ich mich sogar über einen gewissen Anteil sesshafter Dauercamper, weil ich weiß, dass hier auf saubere sanitäre Anlagen schon seitens dieser Anwohner sehr großer Wert gelegt wird.


Wie steht Ihr zu dem Thema? Ich freue mich auf eure Kommentare!



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Kommentare:

  1. Alles gut und schön, und jede Seite hat natürlich seine eigenen, mehr oder weniger sachlich begründeten Sichtweisen .
    Was bei diesen, nun bereits seit Jahren bundesweit andauernden Diskussionen oft aus dem Focus gerät, ist folgendes :
    Campingplätze dienen per Definition der Erholung und damit dem vorübergehenden Aufenthalt.
    Wo auf CPL Dauergewohnt wird, kann man dagegen folgendes oft beobachten :
    Die Parzellen werden mit wilden Eigenbauten belegt, die mit der Zeit auch schon mal bis direkt auf die Grenze zum Nachbarn wuchern können. Brandschutz-, DVGW- u. VDE- Normen, wer prüft deren Einhaltung?
    Wohnraum zum dauerhaften Bewohnen ist eben generell genehmigungspflichtig, und das ist aus guten Gründen so. Spätestens an dieser Stelle greifen alle Argumente der Campingplatz-Dauerbewohner zu kurz.
    So als wären sie einfach nur schlecht informiert.

    mestec64
    Bodenseekreis

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    1. Naja, gut, das Argument mit dem Brandschutz lasse ich gelten. Zumindest sofern man die manchmal tatsächlich ausgeuferten Bauten damit meint.

      Aber ganz so schlimm ist es ja nicht immer.

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  2. Keine Ahnung, wie es woanders ist, aber für den Brandschutz ist der Schornsteinfeger und die Feuerwehr zuständig. Bei uns wurde dieses Jahr eine Feuerwehrübung durchgeführt.
    Der Schornsteinfeger ist für alle Holz-MH zuständig. Turnusmäßig alle 2 Jahre steht er vor der Tür.
    Dann gibt es noch die normale Gasprüfung, die ebenfalls alle 2 Jahre fällig ist.

    Dass man die Dauercamper loswerden will, ist unbestritten. Aber so leicht dürfte das nicht werden. Irgendjemand prozessiert immer dagegen durch alle Instanzen.

    Also ruhig Blut und viel Tee trinken. ;-)

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  3. Der Artikel beschreibt das Problem schon recht gut - bundesweit sind geschätzt ca 400000 Menschen betroffen. Alleine in NRW ca 30000. Werden diese Menschen jetzt aus ihren Paradiesen vertrieben - woher nimmt das Land den notwendigen Wohnraum??

    Gerade im Alter entwickelt sich das Leben in einem Mobilheim zu einer kostengünstigen Alternative im Vergleich zu den überteuerten Kernsiedlungsgebieten. Wohnen auf dem Campingplatz könnte eine alternative Lebensform eines entspannten Rentnerdaseins bedeuten, wenn da nicht die Einschränkung der Freizügigkeit wäre.

    Fragt sich nur, welches Grundrecht als Nächstes durch sinnentleerte Politiker eingeschränkt wird.
    Aber solange sich keiner beschwert, kann man es mit dem Deutschen Michel ja machen

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    1. So schaut's aus. Vor allem, wo doch jetzt händeringend nach jedem Quadratzentimeter Wohnraum für Flüchtlinge gesucht wird, würde sich die Lage dann nochmals verschärfen...

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  4. Uns mein Mann und mich bekommt hier keiner weg, wohnen seid 2,5 Jahren hier auf den Campingplatz, durften uns laut Aussage des Platzbetreibers auch mit Erstwohnsitz hier anmelden,was wir auch getan haben, kommen mit unser Geld hir gut hinn, ohne den Staat zur Last zu fallen, müßen wir hier weg, brauchen wir zusätzliche Unterstützung, von 1280,- Rente können wir keine Wohnung bezahlen,und davon auch noch leben.

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    1. Das kann ich gut nachvollziehen und deckt sich mit dem, was ich oben im Artikel geschrieben habe. Interessant wäre sicher auch, wie die Gerichte mit einer Klage eines Dauercampers gegen die Zwangsräumung umginge...

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    2. Es erging tatsächlich mal ein Grundsatzurteil, in dem das Verbot des CP-Wohnens bekräftigt wurde. Die Richter haben den § 10 der BauNVO als zulässig angesehen.
      Es gibt aber bisher kein Grundsatzurteil zu eingeleiteten Ermittlungsverfahren gegen CP-Bewohner (zwecks Zwangsräumung). Solange die Gemeinderäte (Bürgermeister) in D das Wohnen und den Erstwohnsitz auf CP erlauben und das dt. Meldegesetz nicht geändert wird, kann es dazu meines Erachtens auch kein Grundsatzurteil geben. Fast möchte ich wetten, dass das Verfahren wieder an das Ursprungsgericht zurück verwiesen würde.
      Und gerade jetzt, wo es gilt, Flüchtlingen den Vorrang zu geben und für Wohnraum zu sorgen (was allein etwa ein Jahrzehnt, wenn nicht länger, dauern würde) wäre ein Grundsatzurteil zur Zwangsräumung von CP-Bewohnern schon grotesk. Für so doof halte ich die Gerichte nicht. ;-)

      *Tee und Weihnachtskekse anbiete* :-)

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    3. Zum Thema Flüchtlinge: Wo doch jetzt Wohnraum verzweifelt gesucht wird, wäre es tatsächlich ein Desaster, wenn plötzlich bundesweit noch round about 400.000 Dauercamper neuen Wohnraum bräuchten.

      Und jetzt endlich her mit den Keksen... :-)

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  5. Dort werden dann wahrscheinlich Flüchtlinge untergebracht für die man keinen Wohnraum hat. Würde sich ja anbieten, die eigene Bevölkerung zu vertreiben und Flüchtlinge dort unter zu bringen

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    1. Unlogisch, oder? Ich denke, dein Kommentar geht da doch ein bißchen zu weit...

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    2. Falsch Sandra - keineswegs unlogisch, sondern Realität. Beispiel: Wir waren letzte Woche in Frankfurt unterwegs und haben einen Stellplatz gesucht. In Frankfurt nun ziemlich schwer muss man feststellen. Ausgewiesen war dann ein Campingplatz in der Nähe des Messegeländes. Als wir dort ankamen, mussten wir feststellen: Es gibt den Platz nicht mehr, weil dort nun ein Flüchtlingslager in Wohnwagen aufgebaut wurde. Unlogische Realität?!

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    3. Ist das so? Interessant...

      Weißt du denn noch, welcher "Campingplatz" das war?

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  6. Polemik hilft den Menschen sicherlich nicht weiter davon kommt genug aus Berlin. Nur gut, dass die Betroffenen sich jetzt beginnen zu organisieren und einen eigenen Interessenverband gegründet haben. Die konkurrierende Gesetzgebung und die politische Willkür sollte ein Ende finden.

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    1. Hallo, Michael!

      Vielleicht könntest du noch die Kontaktdaten des Interessenverbandes nachschieben (Webseite/Email etc.), das würde einigen Lesern sicherlich weiterhelfen.

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    2. Aber gerne doch Sandra:
      Deutscher Verband der Campingplatzbewohner e.V.
      Watelerstraße 83
      41239 Mönchengladbach

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    3. War denn jetzt die Adresse gesendet??

      www.dvcb.info

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  7. Mist, der geschriebene Beitrag wurde vom www geschluckt.
    Egal, dann eben nur den gewünschten Link:

    http://ni825445_1.vweb13.nitrado.net/forum/

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  8. Hier unsere Situation am Entenfang in Mülheim, wir haben nun eine IG (Interessengemeinschaft) gegründet. Eigene Website wird folgen.

    https://www.muelheim-ruhr.de/cms/zukunft_entenfang.html
    LG
    Jana

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  9. Ich kenne viele Rentner die machen folgendes: die melden sich einfach bei der Tochter oder dem Sohn als "Meldeadresse" an.Geben ihre eigene Wohnung auf und leben aber offiziell auf dem Campingplatz. Habe schon mit vielen Rentnern gesprochen, die soetwas machen. Lassen sich die Post nachsenden. Was will NRW denn dagegen machen ???

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    1. Ja, das kenne ich auch. In so einem Fall ist es wohl auch schwieriger, das Dauerwohnen nachzuweisen, aber eben nicht unmöglich. Allerdings sehr aufwändig.

      Die Frage ist aber auch, ob die jeweilige Gemeinde so viel Personal frei hat, diese Nachweise zu erbringen. Und ob dieser Aufwand überhaupt den "Nutzen" rechtfertigt.

      Ich sage mal nein.

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    2. es ist so das scheinanmeldung von seiten der Ämter für den Steller der Meldeadresse ein Ordnungsgeld von 1000 € erhoben wird, dem Vermieter wird wegen seiner nicht erfüllten sorgfaltspflicht ein Ordnungsgeld von 50.000 € auferlegt. Glaube mir eins jeder Hauseigentümer prüft gerade wegen Scheinanmeldungen dank des neuen Meldegesetzes vom november 2015

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    3. Ja, ist das so? Mich würde trotzdem interessieren, wie das nachgewiesen wird...

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  10. Es ist leider so.....so haben wir unsere meldeadresse verloren....mussten den pkw abmelden....können uns nicht mehr auf dem cpl anmelden...werden als wohnungslos geführt in der gemeinde...probleme mit versicherungen....da kommt einiges dann auf einen zu...

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    1. Wenn du möchtest, kannst du mir deine Geschichte dazu auch gerne näher per Email schreiben (an info@camping-checker.de), ich könnte dann das Problem etwas genauer aufarbeiten und die Infos (anonymisiert) meinen anderen Lesern zur Verfügung stellen.

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  11. Ist nicht nachzuvollziehen wie das in D läuft. Überall mischt sich der Staat ein, aber da wo es wichtig wäre nicht. Es läuft doch fast alle schief hier (marodes Gesundheitssystem, sonst würden nicht tausende jedes Jahr sterben an Krankenhauskeimen, miese Schulen, allein die Bausubstanz ist der Horror usw.) In Amerika sind das abgeschlossene Gebiete mit Pförtner, alles schick, sauber und gut organisiert und durchaus nicht überteuert, in England gibts diese Gebiete und auch in anderen Ländern. Was glauben denn die Behörden wo die Menschen die Rente unter Sozialhilfeniveau kriegen, die Billiglohner usw. in Zukunft bleiben. Bezahlbarer Wohnraum ist doch selbst in Gegenden am A...der Welt kaum noch zu bekommen. Wir machen das zu unserer Rente auch und wir würden uns dann durch alle Instanzen klagen.

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  12. Hallo,
    super Bericht und sehr interessante Sichtweise der Leser.
    Aber es müsste mehr in dieser Richtung zu lesen geben.
    Nur gebe ich zu bedenken, das je mehr auf Campingplätzen wild gebaut wird, desto eher wird gegen das Illegale Wohnen vorgegangen!
    An der Elbe formierte sich erheblicher Protest, ein paar Kilometer weiter in Schleswig-Holstein versucht man das der Kelch durch Kopf in den Sand stecken an einem vorbei geht.
    Leider sehen viele Dauercamper nicht ein, das sie sich auf einem Campingplatz und eben nicht in einem Schrebergarten befinden.
    Abstände werden sowieso nicht eingehalten, Zelte werden richtig ausgebaut, wen juckt da eine Vorschrift...... !
    Und den Platzbetreiber fragen darf ich das.... nein man macht einfach! Doch dann wenn das Bauamt Vorort sein wird, dann ist das Gejammer groß.
    Und damit schiebt der §10 und der Brandschutz den Schwarzen Peter völlig zu Recht den Dauerbewohnern zu!
    Aber auch im Herzogtum Lauenburg und Richtung Ostsee werden neue So2 Gebiete ausgewiesen, hoffen wir das dann die Camper dann den Dauerbewohnern nicht alles kaputt machen.
    Und hoffen wir das in Stove die Camper endlich ganz Amtlich fest Wohnen dürfen.

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  13. Hallo, hatte mich mit dem Gedanken "wohnen auf dem Campingplatz" schon mal beschäftigt, allerding wegen den Querelen mit den "Amtlichen" davon wieder Abstand genommen. Jetzt lese ich mich hier gerade ein ...
    ist mir doch ein Zeitungsbericht ein/aufgefallen .. habe leider die genaue Quelle nicht mehr.

    Da steht in einer Zeitung: Wohncontainer, diese Mobilheime in .... (Hessen) an der ...strasse sind nun bezugsfertig. Es könnte sein das jetzt Flüchtlinge einziehen.

    Da frage ich mich doch, ob dafür das Verbot des dauernden Aufenthaltes als Wohnadresse nicht gilt ?? Oder die eine oder andere Komune sich das Recht heraus nimmt das so zu halten wie es beliebt ??

    Mfg KHG

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  14. Unsere Regierung weiß nicht mehr was der "Deutsche Bürger benötigt. Wir werden immer mehr unter Kontrolle gestellt, immer mehr unnötige Gesetze werden auf den Weg gebracht, bei denen sich keiner mehr Auskennt, usw.. Mich würde interessieren wieviele Brände bei CP passiert sind? Wenn wir immer vom Schlimmsten ausgehen, dann sollten wir nicht einmal Atmen, man könnte ja krank werden. Wem es auf dem CP gefällt und so leben möchte, warum nicht. Müssen wir uns alles verbieten lassen?

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  15. "Unsere" Regierung weiß nicht mehr, was der Bürger benötigt? Also zum Ersten: Meine Regierung ist das nicht und "der Staat" hat sich längst von seinem Volk verabschiedet. "Die da oben" wissen ganz genau, was sie machen und was sie wollen. Nur der Grundgedanke einer „Volksvertretung“ ist verloren gegangen.

    Aber weiß der "deutsche Bürger" auch, was er/sie will? Und sind sie bereit, für ihre eigenen Interessen etwas zu tun?

    Meine Erfahrungen in den vergangenen Monaten, in denen ich mich persönlich sehr mit der Problematik befasst habe und mich auch engagiert habe, musste ich wieder einmal die Erfahrung machen, dass auch "Camper" nicht unbedingt eine Gemeinschaft bilden, sondern hier ganz viele individuelle Charaktere aufeinander treffen, wo sich jeder selbst der Nächste ist. Die deutsche Mentalität hat sich nicht geändert, nur wird sie heute mit dem Synonym "Politikverdrossenheit" verniedlicht.

    Tatsächlich steht in keinem deutschen Gesetz, dass das Wohnen auf einem Campingplatz verboten ist. Rechtlich ist die Anmeldung des Erstwohnsitzes tatsächlich gestattet. Aber niemand hat den Arsch in der Hose, gegen eine rechtswidrigen Ordnungsverfügung sich zu wehren. Ein einziger Platz mit 550 Betroffenen – und jeder köchelt seine Suppe und zahlt brav die Strafgebühr.

    Von den Dichtern und Denkern zu den unkritischen Duckmäusern. Deutschland - ich schäme mich für Euch!

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  16. Hallo Sandra,

    ich denke, dass es bei der ganzen Sache wie immer nur um's liebe Geld und natürlich auch den staatlichen Einfluss und die verlorengegangene Möglichkeit der Überwachung geht. Immer mehr Menschen haben immer weniger finanzielle Mittel zur Verfügung, was sie dazu veranlasst oder zwingt, nach alternativem Wohnraum Ausschau zu halten. Dem Staat schwimmen dabei in vielerlei Hinsicht die Felle davon. Ihm und dem Wirtschaftskreislauf geht unmittelbar Geld verloren. Dass für viele Menschen ein Leben in einer Mietwohnung nicht mehr erschwinglich ist und Eigentum sowieso noch nie erschwinglich war, ist für Politiker mit einem Basiseinkommen und einer lebenslangen Rente jenseits der Schallmauer nicht vorstellbar. Volksnah ist hier nur das Grinsen für die Wählerstimmen, aber nicht das Verständnis. Ich verstehe aber auch, dass wenn man in der Politik mitmischen will, nach deren Regeln spielen muss, d.h. nach oben kriechen und nach unten treten. Daran ist wohl eher die Natur des Menschen schuld...

    Dass, wie oben schon angemerkt, die Kosten für einen Geringverdiener oder eine Person mit schmaler Rente zu hoch sind und der Staat zusätzliche Aufwendungen aufbringen muss stört da niemanden, da das dann auf jeden Fall besser ins System passt. Ich denke, dass oft die Angst besteht, dass solche alternative Wohnmethoden die Runde machen und das "System" darunter leidet. Die anderen treuen "Schäfchen" könnten ja abtrünnig werden... Dabei denke ich, dass die Psychologie des Menschen ja schon für die Politik arbeitet. Jeder will immer mehr und nur das Beste. Deshalb steigen auch regelmäßig die Mieten und die Bodenpreise. Und genau da liegt ja der Hund begraben. Aber welcher Festangestellte mit einem guten Gehalt, einem Lebenspartner und vielleicht auch Kindern will denn bitte schön ernsthaft dauerhaft auf einem Campingplatz wohnen? Ich denke die wenigsten...

    Als ich vor fast drei Jahren mit 44 Jahren aus dem System ausgestiegen bin, brauchte ich ein Dreivierteljahr, um mich schriftlich, elektronisch und telefonisch vom System loszueisen. Seitdem habe ich offiziell keinen Wohnsitz mehr in Deutschland, bin aber immer mal wieder in Deutschland und dem Rest der Welt unterwegs. Durch meine Mieteinnahmen bin ich zugegeben finanziell sehr flexibel, aber kann mich dadurch auch nicht wirklich vom System lösen, da das Finanzamt immer noch mein bester Freud ist ;-)

    Momentan lebe ich in einem Wohnmobil mir 13 Quadratmetern, habe aber gemerkt, dass das immer noch zu viel Zeug und zu viel Masse ist und verkleinere mich gerade auf 7,5 Quadratmeter. Für die Zukunft, bzw. mein Alter kann ich mir gut vorstellen, auf einem Campingplatz einen Dauerwohnsitz einzurichten. Es wäre verdammt schade, falls dies in Deutschland durch volksfremde Entscheidungen nicht mehr möglich sein sollte.

    Aber ein guter Tipp an alle Betroffenen: "Im europäischen Ausland ist das noch ohne weiteres möglich. Die Sprache lernt man in einem halben Jahr automatisch und die schmale Rente kann man auch dort verpulvern". Und wenn das genug Einwohner machen, dann sieht der politische Trend vielleicht in 20 Jahren anders aus. Finanzielle Unterstützung, für jeden, der wieder zurück kommt und eine günstige Parzelle auf einem Campingplatz???

    Liebe Grüße Christian Plaschka

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    1. Ich muss mich an dieser Stelle einmal bei allen bedanken, die sich mit dem Thema so vielschichtig und aus verschiedenen Sichtweisen auseinandersetzten.

      Ganz offenbar ist das ein Thema, das eben vielen unter den Nägeln brennt. Schön wäre es ja, dazu auch einmal ein Statement eines Politikers zu bekommen, in dessen Wirkungskreis ein solcher Campingplatz fällt.

      Christian, ich bin gerade auf deinen sehr interessanten Blog gestossen. Da du dich nicht selbst verlinkt hast, möchte ich das an dieser Stelle nachholen, denn für meine Leser gibt es da sicherlich viel zu entdecken: weltcamper.blogspot.de

      Grüße an dich, wo immer du jetzt auch gerade unterwegs bist ;-)

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  17. Eine thematisch übersprungene Tatsache ist, dass die meisten Platzbetreiber gemischte Betriebe sind, mit 2 oder 3 oder mehreren Geschäftsbereichen. Von diesen ist "Camping" in der Regel nicht der größte Sektor. Doch wegen des Wohlklangs, und eben aus Geschäftsinteresse zur Saison, lauten Beschilderung, Briefkopf, Etiketten usw., dann auf "Camping", für das Ganze.
    Sachlich ist das eine krumme Methode unter vielen. Wie Richter und Gerichte das demnächst sehen werden, bleibt abzuwarten. Wundern würde mich nichts mehr.

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    1. Moin Moin
      Respekt , Du sagst nicht nur was viele denken . Aber wir sind nun mal " pünktlich-fleißig-ehrlich-treu-doof, und deswegen ist es so . In einer Demokratie gibt es doch eine freie Wahl . Ich stimme dem Campingplatz zu . Wir zeigen den Politikern was wir von denen halten . Und deswegen sollen wir weg aus dem Dauercamping .

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